Nachhaltiges Projektmanagement bringt Circular Economy ans Leben

Seit dem Start von proSense geht es uns darum, nachhaltige Strategien ans Leben zu bringen. Viele dieser neuen Arbeits- und Denkweisen bedeuten eine Veränderung, einen „Change“ für die Organisation. Bei Umstellungen auf kreislauforientierte Lösungen im Sinne einer Circular Economy ist dies besonders relevant. Denn die gesamte Umstellung geht nicht von heute auf morgen, sondern erfolgt in mehreren Schritten. Fast alle Bereiche im Unternehmen sind davon betroffen und müssen einbezogen werden. Neue Prozesse sind erforderlich, aktuelle werden überprüft und angepasst. Und das ist wohl auch einer der Gründe, warum so viele Unternehmen die Umstellung nicht angehen. Denn die Herausforderung wird als zu groß angesehen, und es gibt so viele andere Themen, die gerade angegangen werden.

Das ist nicht von der Hand zu weisen. Die Frage ist jedoch, wie diese aktuellen Themen, insbesondere die Digitalisierung, den größten nachhaltigen Nutzen für das Unternehmen bringen. Und wie dies mit der Umstellung auf Zirkularität verknüpft werden kann. Denn mit der Digitalisierung werden neue Geschäftsmodelle für die Circular Economy wesentlich leichter und besser umsetzbar. Zum einen haben Menschen den Kopf und die Hand frei für Innovationen, wenn Routineprozesse digitalisiert werden. Zum anderen helfen digitale Lösungen uns zu wissen, wo und in welcher Qualität Ressourcen verfügbar sind bzw. sein werden. Das ist in einer zirkulären Welt, in der es nicht darum geht, ständig neue Produkte aus neuen Materialien herzustellen, ein absoluter Erfolgsfaktor.

Nachhaltiges Projektmanagement bringt Klarheit und Fokus auf Nutzen

Daher ist es für uns wichtig, nicht nur nachhaltige Projekte durchzuführen, sondern das Projektmanagement selbst nachhaltig zu gestalten. Ein Projekt ist einmalig, das heißt aber nicht, dass man für jedes Projekt alles neu erfinden muss. Daher sind Rahmenbedingungen und Strukturen für das Projekt- und Portfoliomanagement im Unternehmen wichtig, diese wenden wir dann für die nachhaltigen Projekte an. Für uns ist Projektmanagement immer dann nachhaltig, wenn dadurch der langfristige Nutzen und die Verankerung der Veränderung im Unternehmen erreicht wird. Und wenn die betroffenen Mitarbeiter aktiv in die Lösungsfindung eingebunden sind.

Aus der Optimierung von Projektmanagementstrukturen auf Basis von PRINCE2 kenne ich das sehr gut. Mit Standards schafft man sich klare Strukturen und Abläufe für Projekte im Unternehmen, von der Definition des Projekts für die initiale Freigabe über die Vorbereitungs- und Planungsaktivitäten mit dem Team hin zur Umsetzung und Koordination der inhaltlichen Arbeiten. Ein wichtiger Teil der Standards, so merkwürdig es sich anhört, sind die Regeln zur Abweichung von den Standards. Denn ich muss mir für jedes Projekt überlegen, welcher Weg der beste ist, um es umzusetzen. Einen sehr interessanten Ansatz dazu gibt es unter http://reinventingprojectmanagement.com/. Dabei wird insbesondere aufgrund von 4 Bereichen unterschieden, welches Projektmanagement erforderlich ist:

  • Wie bekannt sind die Anforderungen der Kunden/Nutzer?
  • Wie gut kennen wir die Technologie, die wir einsetzen wollen?
  • Wie viel Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Bereichen (innerhalb und außerhalb der eigenen Organisation) ist erforderlich?
  • Wie zeitkritisch ist das Projekt wirklich?

Davon hängt nicht zuletzt ab, wie umfangreich agile Vorgehen wie Scrum im Projektmanagement genutzt werden sollten und wann es besser ist, in eher wasserfall-artigen Abläufen vorzugehen.

Warum benötigt Circular Economy nachhaltiges Projektmanagement?

Projekt werden oft kritisch betrachtet, weil sie den aktuellen Ablauf stören. Mitarbeiter des Tagesgeschäfts werden für Projekte abgestellt, Prozesse werden verändert und müssen sich noch einschleifen, neue Partner werden mit aufgenommen, Technologien geändert – und viele Menschen müssen in die Kommunikation adäquat eingebunden werden. Nachhaltigkeit zu erreichen heißt zunächst, Verständnis zu schaffen, Widerstände und Ängste ernst zu nehmen und sicherzustellen, dass die operative Organisation nach dem Ende des Projekts die neuen Wege geht, die neuen Lösungen anbietet und vertritt.

Das gilt insbesondere für Circular Economy, bei dem ein Umdenken im Unternehmen erforderlich ist und viele Veränderungen angestoßen werden. Gerade hier bieten sich aus meiner Sicht agile Ansätze zur Weiterentwicklung an, so dass die Mitarbeiter und bisherigen Partner die Chance erhalten, die Schritte mitzugehen. Und man sich dessen bewusst ist, dass nicht alles direkt zum Erfolg führen wird.

Das Circular Economy Programm umsetzen

Stabiles Projektmanagement ist auch deshalb wichtig, weil Circular Economy keine kurzfristige Änderung ist, sondern eher den Charakter eines Programms hat. Es braucht eine Vision, die mit der Unternehmensstrategie und dem Business Development, der Unternehmensentwicklung, verknüpft ist. Zunächst wird analysiert, welche Optionen den höchsten Mehrwert für das Unternehmen ermöglichen und die ersten Umsetzungsprojekte werden gestartet. Die bestehende Projektlandschaft sollte mit einem Circularity Check überprüft werden, ob sie die Strategie unterstützen, ob Änderungen erforderlich sind oder ob sie sogar gestoppt werden müssen, da sie auf Lineares Denken ausgerichtet sind. Maßnahmen, die frühzeitig erste Erfolge bringen, sollten priorisiert werden.

Was es vor allem benötigt, ist der menschliche Aspekt: Leadership von den Entscheidern und Treibern des Change, Stakeholder-Einbeziehung der Menschen im und außerhalb des Unternehmens. Denn, wie ich bereits in einigen Unternehmen sehen konnte, Menschen sind gern dabei und engagieren sich, wenn es um Lösungen für Kreisläufe geht. Weil sie einen Sinn darin finden und wissen, dass es bessere Wege zum Umgang mit Ressourcen gibt als die, die wir aktuell anwenden. Daher ist Change Management oder Change Begleitung ein wichtiger Faktor für nachhaltiges Projektmanagement. Wir legen mit unseren Partnern viel Wert darauf, denn stabile Prozesse im Tagesgeschäft entstehen oft dadurch, dass die Menschen im Projekt aktiv einbezogen wurden, die mit den Resultaten umgehen werden.