Workshops mit Kindern zur Zukunft ohne Müll

Am letzten Freitag war ich auf der Kinder Business Week in Wien, um 10-14-jährigen Schülern die Idee von Cradle to Cradle und Circular Economy näher zu bringen. Ähnlich wie vor 2 Wochen beim Vortrag und Workshop der Junge Uni Krems der FH Krems waren die Teilnehmer sehr offen, neugierig und brachten sich aktiv ein. Da die Begrifflichkeiten beide etwas sperrig sein, musste ich schon beim Titel meines Workshops überlegen, um was es eigentlich bei beiden Themen geht. Und „Entwickle deine Zukunft ohne Müll“ passt aus meiner Sicht gut – sie setzt voraus, dass man sich beim Design der Produkte und Services überlegt, was nach der Nutzung mit diesen passieren wird. Wenn sie nicht zu Abfall werden sollen, müssen sie so konstruiert werden, dass sie möglichst lang und vielseitig genutzt werden können. Den Cradle to Cradle Gedanken konnte ich dabei gut mit weiteren Circular Economy Ansätzen kombinieren.

Der Vortrag war eine Herausforderung, da ich in der letzten Stunde vor dem Mittagessen der Teilnehmer dran war – allerdings waren die Kinder durch einen Vortrag von Fridays for Future schon gut bzgl. der Thematik vorbereitet und wussten schon einiges, was derzeit nicht gut läuft. Umso schöner, dass ich ihnen einige Lösungen zeigen konnte.

Doch wie stellen sich Kinder eine Zukunft ohne Müll vor? In Collagen wurde schnell deutlich, dass viel Natur enthalten ist – „Häuser wie Bäume“ und „Städte wie Wälder“, von den Protagonisten von Cradle to Cradle gefordert, ist eine logische Konsequenz der Erwachsenen daraus. Wenn es um die Produkte selbst geht, macht die Arbeit mit Kindern Spaß, da viele der Restriktionen, die wir als Erwachsene aus unserer Erfahrung sehen, den Kindern nicht bekannt sind. Und daher die kindliche Phantasie gute Anregungen geben kann, in welche Richtung Entwicklungen von Unternehmen gehen sollten. Neben einigen Sharing- und Wiederverwendungs-Ansätzen kam auch die Idee auf, für ein Fahrrad eine Art „Docking-Station“ zuhause zu haben, mit der man das Fahrrad auch als Home Trainer nutzen und Energie erzeugen kann. Ob es die Lösung bereits gibt, weiß ich nicht, sie ist auf jeden Fall bedenkenswert.

Eine überraschende Erfahrung war die teilweise sehr negative Eigen-Einschätzung der Kinder, die sich nicht trauten, ihre Lösungen vorzustellen, weil „ich es nicht erklären kann“, „keine guten Ideen habe“, „nicht gut zeichnen kann“ oder ähnliches. An diesen Einstellungen trägt die Schule wohl leider einen nicht zu unterschätzenden Anteil durch viele Vergleiche und ständige Bewertungen. Wenn Ideen schon als „falsch“ genannt werden anstatt sie weiterzuspinnen, sind wir auf einem Weg, der Innovationen erschwert. Ich würde mich freuen, wenn die Schule den Kindern da ebenfalls mehr Freiraum für Kreativität und positive Unterstützung gibt.